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Anfang des 20. Jahrhunderts, zwischen 1906 und 1912, entstand auf dem Gojenberg in
Hamburg-Bergedorf eine der modernsten und größten und zeitgenössischen Sternwarten
Europas. Modern war sowohl die Anlageform, d.h. die Aufteilung der Instrumente auf einzelne,
verstreut liegende Gebäude, modern war aber vor allem die instrumentelle Ausstattung. Bis
heute ist diese Sternwartenanlage nahezu komplett erhalten. Das gilt für das
Sternwartengelände mitsamt der historischen Gebäude und ihrer Ausstattung ebenso wie für
die optischen Geräte und die technischen Details. Damit nimmt die historische Hamburger
Sternwarte in Deutschland eine Sonderstellung ein.
Mit Datum vom 12.6.1996 wurde deshalb das gesamte Sternwartengelände mitsamt den
historischen Gebäuden und ihrer Ausstattung sowie den optischen Geräten und den
technischen Details in die Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg eingetragen.
Der Erhalt dieses Kulturdenkmals von internationalem Rang aber ist gefährdet:
- das Gebäude für den Meridiankreis, das seit rund 30 Jahren leer steht, verfällt
zunehmend. Es ist abzusehen, daß der Bau nicht mehr zu retten sein wird, wenn nicht
bald etwas passiert. Damit wäre ein wesentlicher Bestandteil der Hamburger Sternwarte
auf immer verloren. Bisher gelang es dem Förderverein Hamburger Sternwarte durch ein
Benefizkonzert im Oktober 1998 Gelder in Höhe von 20.000 DM für die Restaurierung
des Gebäudes zu bekommen! Leider reicht dieses Geld noch nicht für eine komplette
Sanierung des Meridiangebäudes.
- Sowohl die Verhältnisse für die astronomischen Messungen als auch der Wandel der
Forschungsvorhaben führen dazu, daß die Sternwarte von den Wissenschaftlern der
Universität nur noch eingeschränkt genutzt wird. Überlegungen, das Gelände zu
verkaufen und anderweitig zu nutzen, wurdem in der Presse laut.
Von diesen Tatsachen alarmiert hat sich am 23.Januar 1998 der “Förderverein Hamburger
Sternwarte” gegründet. Zweck des Vereins ist laut Satzung (PDF-Format) “der Erhalt, die wissenschaftliche
und volksbildende Nutzung und die Pflege der historischen Hamburger Sternwartenanlage
auf dem Gojenberg in Bergedorf.
Er will das öffentliche Interesse für das bedeutende Kulturdenkmal wecken und für finanzielle
Mittel zum Erhalt und zur Instandsetzung der bestehenden Gebäude, der Instrumente und des
Ensembles werben.”
Wenn auch Sie den Erhalt der
Hamburger Sternwarte aktiv unterstützen wollen, sollten Sie Mitglied im
“Förderverein Hamburger Sternwarte e.V.” werden. Der jährliche
Mitgliedsbeitrag beträgt EURO 20.- für Einzelmitglieder, für Schüler,
Studenten, Wehrdienstleistende und Arbeitslose die Hälfte, EURO 50.-
für Vereine (Beitrittserklärung zum Ausdrucken - PDF-Format). Weitere
Informationen erteilt Ihnen gern der “Förderverein Hamburger Sternwarte e.V.": Prof.Dr.
Gudrun Wolfschmidt (1. Vorsitzende) oder auch webmaster@fhsev.de
Unsere Ziele:
Der Verein wird sich für den Fortbestand das Universitätsinstituts auf dem Gelände der
Sternwarte einsetzen, da dies auf natürliche Weise dem Erhalt des Kulturdenkmals dient. Das
Universitätsinstitut wird voraussichtlich jedoch nicht die vollen Gebäudekapazitäten
beanspruchen müssen. Außerdem belastet der Unterhalt der gesamten Anlage die Universität
Hamburg in einem Maße, das langfristig nicht mit einer effektiven Haushaltsführung für
Forschung und Lehre in Einklang steht. Daher ist es sinnvoll, nach zusätzlichen
Nutzungsmöglichkeiten Ausschau zu halten. Planerischen Vorrang haben zunächst Projekte,
die
- der Nutzung als astronomisches Universitätsinstitut inhaltlich nahestehen,
- dem Interesse der Universität dienen,
- im allgemeinen Sinne gemeinnützig sind.
Aufgrund der ersten Gespräche mit potentiellen Projektträgern und Diskussionen innerhalb
das Fördervereins schlägt der Verein folgenden Stufenplan vor. Es sei jedoch betont, daß es
sich dabei lediglich um ein erstes Modell handelt.
Stufe 1:
Diese Projekte sollten unter Mithilfe von Sponsoren finanziert werden und wurden im Rahmen
des EXPO 2000-Programms vorgestellt. Motto: Astronomische Beiträge zur Kommunikation
und Bildung.
- Sanierung des Meridiankreisgebäudes und Ausbau zu einer öffentlichen Einrichtung
unter Trägerschaft das Fördervereins: ständige und wechselnde Ausstellungen, z.B. zur
Geschichte der Sternwarte; populärastronomische Vorträge; Videovorführungen;
Café-Betrieb.
- Sanierung des Äquatorials.
- Restaurierungsuntersuchung und Konzept für das 1m-Spiegelteleskop der Hamburger Sternwarte.
- Freigabe das Salvador-Teleskops an den Vorläufer einer zu gründende Hamburger
Volkssternwarte: Amateurbeobachtungen, erfahrene Amateure leiten Laien an zum
Selbstbeobachten.
- Astronomie im Internet für den Schulunterricht: Entsprechender Bedarf besteht im
gesamten deutschen Sprachraum. Mögliche Trägerschaft durch die Astronomische
Gesellschaft (kurz:AG, ein gemeinnütziger Verein der professionellen Astronomie).
- Schaffung einer Pressestelle an der Hamburger Sternwarte für Pressemitteilungen und
Pressekonferenzen zu Astronomie und Raumfahrt.
- Führungen für die Öffentlichkeit über das Sternwartengelände mit den Teleskopen und
dem Schmidt-Museum.
Stufe 2:
Diese Projekte sollten realisiert werden, sobald die Voraussetzungen (Schlüsselsystem,
Hausrecht, Versicherungstragen, Beleuchtung) für eine Öffnung des Geländes geschaffen
wurden, und stehen in Zusammenhang mit dem Finanzierungsplan für Stufe 1.
- Umwidmung der Freiflächen in einen öffentlichen Park, eventuell ähnlich einem
Botanischen Garten.
- Freigabe des Lippert-Teleskops an den Vorläufer einer zu gründenden Hamburger
Volkssternwarte. Dies wurde bereits in veränderter Form umgesetzt durch Übergabe des
Lippert-Teleskops zur Nutzung durch die Schulbehörde, vgl. Projekt Seh-Stern.
- Einrichtung eines - eventuell provisorischen - Veranstaltungsraumes für 50 Personen.
- Volkshochschul- und Lehrerfortbildungskurse in Astronomie für Teilnehmer aus
Hamburg und Umgebung.
Stufe 3:
Diese Projekte sollten umgesetzt werden, sobald der mittelfristige wissenschaftliche Bedarf an
den bestehenden Teleskopen und Werkstattkapazitäten festgestellt und ein
Finanzierungskonzept für größere Umbauten entwickelt wurde. Es sollte zuvor ebenfalls
geprüft werden, ob das in der Nähe befindliche ehemalige Kinderheim in die Umbaupläne
einbezogen werden kann. Die Erfahrungen der ersten beiden Stufen sollen in die
Bedarfsfeststellung einfließen.
- Gründung einer Hamburger Volkssternwarte, die alle freien Teleskope zum Zwecke der
Volksbildung einsetzt.
- Umwidmung eines Teils der Werkstatt und eines Teils der zum Erhalt der Teleskope
erforderlichen Stellen in eine öffentlich geförderte (sozialpädagogische) Lehrwerkstatt.
- Unterbringung eines wissenschaftshistorischen Museums und astronomischen Science
Centres mit multimedialen und interaktiven Bildungsangeboten.
- Unterbringung anderer Einrichtung der Universität Hamburg (z.B.
Seminareinrichtungen).
- Unterbringung eines Übernachtungs- und Gastronomiebetriebs zur Erweiterung des
Bildungs- und Seminarbetriebs auf Teilnehmer, die von außerhalb anreisen.
Der Förderverein möchte die zukünftige Entwicklung der Hamburger Sternwarte in Hinblick
auf seine gemeinnützigen Vereinsziele unterstützend begleiten.
© 2003 Gudrun Wolfschmidt, FHS
Letzte Änderung am 10.03.2005
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