Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. -
 Restaurierung und Sanierung


Der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. stellt sich vor Die auf dem Gojenberg in Hamburg-Bergedorf gelegene Sternwarte entstand zwischen 1906 und 1912 und war eine der größten und modernsten zeitgenössischen Sternwarten Europas. Modern war sowohl die Anlageform, d.h. die Aufteilung der Instrumente auf einzelne, verstreut liegende Gebäude, modern war aber vor allem die instrumentelle Ausstattung. Bis heute ist diese Sternwartenanlage nahezu komplett erhalten. Das gilt für das Sternwartengelände mitsamt der historischen Gebäude und ihrer Ausstattung ebenso wie für die optischen Geräte und die technischen Details. Damit nimmt die historische Hamburger Sternwarte in Deutschland eine Sonderstellung ein. Mit Datum vom 12.6.1996 wurde deshalb die gesamte Sternwarte als Ensemble unter der Nummer 1089 in die Denkmalliste der Freien und Hansestadt Hamburg eingetragen. Der Erhalt dieses Kulturdenkmals von internationalem Rang war aber dennoch gefährdet: - Sowohl die Messverhältnisse als auch der Wandel der Forschungsvorhaben haben dazu geführt, dass die Sternwarte von den Wissenschaftlern der Universität nur noch eingeschränkt genutzt wird. 1997 wurden Überlegungen in der Presse laut, das Gelände zu verkaufen und anderweitig zu nutzen (als Beispiel s. BZ vom 25./26. 10. 1997). - das Gebäude für den Meridiankreis, das seit rund 30 Jahren leer steht, verfiel zunehmend. Es war abzusehen, dass der Bau nicht mehr zu retten sein würde, wenn nicht bald etwas passieren würde. Damit wäre ein wesentlicher Bestandteil der Hamburger Sternwarte auf immer verloren. Von diesen Tatsachen alarmiert, hat sich am 23.01.1998 der "Förderverein Hamburger Sternwarte e.V." gegründet, dem inzwischen etwa 115 Mitglieder angehören. Zweck des Vereins ist laut Satzung "der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und des historischen Inventars. Der Verein dient weiterhin der Volksbildung in Kultur- und Wissenschaftsgeschichte sowie in Astronomie. Hierfür wirbt der Verein um finanzielle Mittel, um dem Eigentümer beim Erhalt und bei der Instandsetzung der bestehenden Gebäude, der Instrumente und des Ensembles zu unterstützen sowie um Volksbildungsveranstaltungen an der Sternwarte zu ermöglichen. Der Verein führt darüber hinaus selbst öffentliche Veranstaltungen durch und veröffentlicht Schriften." Diese Ziele hat der Verein seither intensiv und, zumindest in Teilen, sehr erfolgreich verfolgt: - Als sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 1998 entschied, anlässlich einer Benefiz Gala für den Erhalt des Meridiankreis Gebäudes zu sammeln und Gelder für die Sicherung und Sanierung dieses Gebäudes bereit zu stellen, war das Wirken des Vereins ein wichtiges Kriterium. Wichtige Sicherungsarbeiten an den Fundamenten und am Vorbau des Meridiankreis-Gebäudes konnten mit Hilfe der Gelder der Deutschen Stiftung Denkmalschutz inzwischen durchgeführt werden. - Mit Hilfe zahllosen Presseinformationen und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm hat der Förderverein seit 1998 darauf hingearbeitet, den kulturhistorischen Wert der Anlage einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen. Neben Führungen beim Tag des offenen Denkmals hat der Verein zahlreiche Großveranstaltungen, z.B. anlässlich von Sonnen- oder Mondfinsternissen, bei Tagen der "Offenen Tür" und bei der jährlich stattfindenden "Langen Nacht der Museen" ausgerichtet, hat die Ausstellung "Weltbild im Wandel" konzipiert und hat regelmäßig öffentliche Vortragsveranstaltungen sowie zahlreiche Führungen für private und politische Gruppen durchgeführt. (Das Programm der Veranstaltungen in den Jahren 2000-2005 finden Sie unter www.fhsev.de). - Im Sommer 2001 hat der Förderverein eine Informationsbroschüre zur Geschichte und Bedeutung der Hamburger Sternwarte erstellt und herausgegeben, im Sommer 2002 erschien eine überarbeitete Neuauflage. Begleitend zur Ausstellung "Weltbild im Wandel" wurde im Frühjahr 2003 ein Ausstellungskatalog vom Förderverein erstellt und herausgeben. - Innerhalb des Vereins hat sich ein Arbeitskreis Amateurastronomie gebildet, der seit dem Frühjahr 1999 regelmäßige Veranstaltungen anbietet: öffentliche Beobachtungsabende, Kurse in Amateurastronomie, Vorträge und Führungen. - Über diese intensive Öffentlichkeitsarbeit hinaus hat der Förderverein Hamburger Sternwarte aber auch aktiv an der Sanierung der Sternwartengebäude gearbeitet und hat dafür eigene und eingeworbene Mittel eingesetzt: - So hat der Förderverein im Jahre 2002 mit Hilfe seiner Mitglieder die Hütte des Salvador-Spiegels in Eigenarbeit und auf eigene Rechnung in Höhe von ca. 430,- € saniert. - Im Frühjahr 2003 haben Mitglieder des Fördervereins zunächst Rodungs- und Erdarbeiten an der Böschung des Meridiankreis-Gebäudes durchgeführt und danach damit begonnen, die Fundamente freizulegen und teils in Eigenarbeit, teils durch Fremdvergabe der Arbeiten zu sanieren. Zudem hat der Förderverein einen Glaser beauftragt, die kaputten Fensterscheiben des Meridiankreisgebäudes zu ersetzen. Die Kosten für diese Teilsanierung des Meridiangebäudes, die der Förderverein aus eigenen Mitteln aufbrachte, beliefen sich auf 5425,- €. - Bauschäden am Mauerwerk und an der Kuppel des Äquatorialgebäudes hatten bis zum Jahre 2004 dazu geführt, dass immer mehr Feuchtigkeit in das Gebäudeinnere eindrang und den Erhalt des wertvollen Instrumentes aus dem Jahre 1867 gefährdete. Der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. hat deshalb im Frühjahr 2004 eine Sanierung des Gebäudes in Auftrag gegeben, die mit Hilfe eines beauftragten Bauleiters und mit Kräften des 2. Arbeitsmarktes durchgeführt wurde. In einer 1. Bauphase wurde der Spaltschieber der Kuppel saniert, so dass das wertvolle historische Instrument nun wieder vor Feuchtigkeit geschützt ist. In der 2. Bauphase ist eine Drainage gelegt sowie die Außenhaut des Gebäudes saniert und, angepasst an die historische Farbgebung, mit einem neuen Anstrich versehen worden. Zum Schluss wurde in einer 3. Bauphase die Belastbarkeit des Geschossbodens durch das Einbringen von zusätzlichen Ständern im Kellerbereich wieder hergestellt. Um die Kosten in Höhe von ca. 42.000 Euro decken zu können, hat der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. neben Eigenmitteln in Höhe von 19.000 Euro zahlreiche private Spenden, Spenden der Bergedorf-Stiftung und einen Zuschuss der Stiftung Denkmalpflege Hamburg eingeworben. - Um einen Überblick über den gesamten Sanierungsaufwand des Sternwartengeländes zu erlangen, hat der Förderverein im Jahre 2005 ein Kostengutachten in Auftrag gegeben. Die Kosten für dieses Gutachten in Höhe von 2472,- € hat der Förderverein ebenfalls aus eigenen Mitteln bestritten. - Aufgrund einer Initiative des Fördervereins hat die Schulbehörde Mittel bewilligt, um seit Februar 2000 Schulbildungsveranstaltungen an der Hamburger Sternwarte durchzuführen. Der Förderverein konnte dank einer Spende von 15.000 DM eine CCD-Kamera dazu einbringen. Damit ist die Nutzung der Sternwarte um die Schulausbildung erweitert worden. - In den Jahren 2008 bis 2010 hat der Förderverein eine Grundsanierung des 1-Meter-Spiegel-Gebäudes mit einem Gesamtkostenvolumen von ca. 420.000,- € durchgeführt. - 2009 Kauf eines Okulars für das Äuquatorial für 99,90 € - 2010 Herstellung eines Modells des historischen Zeitballs für 14.456,- € - 2011 Beginn der Sanierung des 1-Meter-Spiegel-Instrumentes, Kosten 150.000,- € - 2011 Entwicklung und Bau eines Planetenpfades auf der Sternwarte, ca. 10.000,-€ - Auf Vorschlag und Bitten des Fördervereins initiierte der Bezirksamtsleiter des Bezirkes Bergedorf einen in regelmäßigen Abständen tagenden "Runden Tisch", an dem alle an der Sternwarte beteiligten Behörden und Initiativen teilnehmen, um gemeinsam ein tragfähiges Nutzungs- und Erhaltungskonzept für die Sternwarte zu entwickeln. - Aufgrund dieser Aktivitäten, die sowohl ein breites öffentliches Interesse an der historischen Sternwartenanlage hervorgerufen als auch eine zusätzliche Nutzung sichergestellt haben, ist die Universität vorerst von ihrem Vorhaben, das wissenschaftliche Forschungsinstitut aus der historischen Anlage heraus zu verlagern, abgerückt. Nun kann mit vereinten Kräften versucht werden, die Anlage zu erhalten und weiterhin sinnvoll zu nutzen. Daran wird der Förderverein sicher auch in Zukunft erheblichen Anteil haben. Ohne die hier in aller Kürze geschilderten Aktivitäten des Fördervereins wäre es um die Zukunft der Sternwarte schlecht bestellt gewesen. Die zahlreichen Veranstaltungen des Fördervereins haben den kulturhistorischen Wert der Anlage einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht. Erst durch die Vereinsinitiative wurden erste Sanierungsmaßnahmen durchgeführt und eine Nutzungserweiterung um den schulischen Bereich bewirkt. Für seine Aktivitäten ist der Förderverein im Jahr 2006 mit dem "Deutschen Preis für Denkmalschutz" ausgezeichnet worden, der höchsten deutschen Auszeichnung auf diesem Gebiet. Der Förderverein Hamburger Sternwarte in Zusammenarbeit mit der Presse machte durch viele Aktivitäten die Öffentlichkeit auf den drohenden Verfall und auf Möglichkeiten zur Rettung der Hamburger Sternwarte aufmerksam. Ein erster Erfolg war die Spende von 100.000 DM (50.000 Euro) von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz – anläßlich einer Benefiz-Gala – für den Erhalt desMeridiankreis- Gebäudes; ergänzt durch eine gleich hohe Summe von Seiten der Universität Hamburg. Ferner widmete sich der Verein unter Einsatz eigener Geldmittel mit Unterstützung von Denkmalpflege-Institutionen der Sanierung des Salvador-Gebäudes 2003 und des Äquatorial-Gebäudes 2004 und 2005. Zu den Gesamtkosten der Sanierung des Äquatorial- Gebäudes von 42.000 Euro trug der Förderverein 15.000 Euro bei, dazu kamen 23.000 Euro von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und 1500 Euro von der Bergedorf- Stiftung, ferner Spenden von privater Seite. Ferner gelang dem Förderverein für 2006 die Einwerbung europäischer Gelder (ESF-Fond) für kleinere Sanierungsmaßnahmen (Türen und Fenster). Für sein langjähriges Engagement bzgl. der Hamburger Sternwarte wurde der Förderverein im November 2006 mit dem Nationalpreis für Denkmalpflege ausgezeichnet. Im Frühjahr 2008 wurde die Hamburger Sternwarte aufgrund eines Antrags des Förder- vereins erfreulicherweise als national wertvolles Kulturdenkmal anerkannt. Leider befindet sich besonders das beeindruckende, technikhistorisch wertvolle 1m- Spiegel-Teleskop in einem schlechten Zustand; das gilt auch für das zugehörige Kuppel- gebäude und für den 1925 hinzugefügten eingeschossigen Anbau mit Flachdach. Es ist daher geplant, in zwei Schritten zunächst das Gebäude zu sanieren, bevor in einem drit- ten Schritt die Sanierung des wertvollen Instrumentes in Angriff genommen werden kann. Dem Förderverein liegt ein Kostenvoranschlag des ArchitekturContors vor, der die Behe- bung der vorliegenden Schäden am Gebäude in zwei Bauabschnitten 2008 und 2009 vorsieht. Durch die bereits erfolgten Sanierungsmaßnahmen sind die Mittel des Fördervereins nunmehr nahezu ausgeschöpft, so dass für weitere dringend notwendige Sanierungen keine eigenen Gelder mehr zur Verfügung stehen. Nach Zusage von Geldern von Seiten des BKM, der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnten am 1. Juli 2008 die Bauarbeiten am 1m-Gebäude begonnen werden.

Projekte (laufend und abgeschlossen):


 

 

 

 

 

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