Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. -
 Deutscher Denkmalschutzpreis 2006 -
 Pressespiegel und Informationen

 

 

Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. erhält Deutschen Denkmalschutzpreis 2006

Der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. - Informationen  

Anfang des 20. Jahrhunderts, zwischen 1906 und 1912, entstand auf dem Gojenberg in Hamburg-Bergedorf eine Sternwarten-Anlage in überwiegend neobarocken Architekturformen, die sich aus einem Hauptdienst- und drei Wohnbauten, einem Gebäude für den Großen Refraktor, einem für den neuen Meridiankreis, jeweils einem Bau für das Spiegelteleskop und das photographische Fernrohr sowie für das Äquatorial und etlichen Nebengebäuden zusammensetzte. Sie stellte seinerzeit eine der größten und modernsten zeitgenössischen Sternwarten Europas dar. Modern war sowohl die Anlageform, d.h. die Aufteilung der Instrumente auf einzelne, verstreut liegende Gebäude, modern war aber vor allem die instrumentelle Ausstattung. Bis heute ist diese Sternwartenanlage nahezu komplett erhalten. Das gilt für das Sternwartengelände mitsamt der historischen Gebäude und ihrer Ausstattung ebenso wie für die optischen Geräte und die technischen Details. Damit bildet die Hamburger Sternwarte ein wissenschafts- und architekturgeschichtliches Kulturdenkmal von internationalem Rang.

Noch heute beherbergt die Hamburger Sternwarte eines der großen deutschen Institute für astronomische und astrophysikalische Grundlagenforschung, allerdings haben sowohl die Beobachtungsverhältnisse als auch der Wandel der Forschungsvorhaben dazu geführt, dass die Instrumente der Sternwarte von der Universität nur noch eingeschränkt genutzt werden. Als zudem Überlegungen in der Presse laut wurden, dass das Gelände verkauft und anderweitig genutzt werden solle, wurde im Januar 1998 auf Initiative von Dr. Agnes Seemann der Förderverein Hamburger Sternwarte e.V. gegründet. Derzeit gehören dem Verein, der  laut Satzung dem Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und des historischen Inventars sowie der Volksbildung in Kultur- und Wissenschaftsgeschichte und in Astronomie dient, ca. 100 Mitglieder an. Regelmäßig aktiv tätig ist der Vorstand des Vereins, bestehend aus der Vorsitzenden Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt, dem stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Matthias Hünsch, dem Schriftführer Dr. Wolf-Dietrich Kollmann, der Kassenwartin Dr. Agnes Seemann und den Beisitzern Rüdiger Heins, Lars Hjetting, Björn Kunzmann, Henry Schlepegrell, Brigitte Uhrlau und Oliver Zwörner.  

Seine Ziele hat der Verein seit seiner Gründung intensiv und, zumindest in Teilen, sehr erfolgreich verfolgt: Mit Hilfe zahlloser Presseinformationen und einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm hat der Förderverein seit 1998 darauf hingearbeitet, den kulturhistorischen Wert der Anlage einer breiten Öffentlichkeit bewusst zu machen. Neben Führungen beim Tag des offenen Denkmals hat er zahlreiche Großveranstaltungen, z.B. anlässlich von  Sonnen- oder Mondfinsternissen, bei Tagen der „Offenen Tür“ bei der jährlich stattfindenden  „Langen Nacht der Museen“ und bei dem nun schon im 3. Jahr stattfindenden „Lyrikfestival“ ausgerichtet,  hat die Ausstellung „Weltbild im Wandel“ konzipiert und regelmäßig öffentliche Vortragsveranstaltungen sowie zahlreiche Führungen für private und politische Gruppen durchgeführt. Neben der Herausgabe einer Informationsbroschüre zur Geschichte und Bedeutung der Sternwarte und einem Begleitkatalog zur Ausstellung sowie der Bildung eines Arbeitskreises Amateurastronomie hat der Förderverein Hamburger Sternwarte aber auch aktiv an der Sanierung der Sternwartengebäude gearbeitet und dafür sowohl die Arbeitskraft seiner Mitglieder als auch eigene und eingeworbene Mittel (aus privaten Spenden, Spenden der Bergedorf-Stiftung, der Körber-Stiftung, der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und ESF-Geldern) eingesetzt, so bei der Sanierung des Gebäudes für den Salvador-Spiegel, bei der Teilsanierung des Meridiankreisgebäudes, der Komplettsanierung des Äquatorialgebäudes und bei zahlreichen kleineren Sanierungsmaßnahmen.

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